Digitale Transformation – und dann?

Die Digitale Transformation ist derzeit das Thema in Politik, Industrie und im Netz. Was das für jeden Einzelnen bedeutet und was dabei passiert und passieren muss bleibt unklar.
Die Chancen stehen 50-50. Wenn wir es schaffen die Digitale Transformation mit all seinem Schmerz und Risiken durchzuführen kann der Markt florieren. Schaffen wir den Sprung nicht rechtzeitig, drohen für uns und dem gesamten Markt schwere Verluste. So oder so werden die Schnellen die Langsamen fressen.

Industrie 4.0 Informationsmanagement - wikimedia
Informationsmanagement – Industrie 4.0

Aber was heißt „Digitale Transformation“ eigentlich?
Meiner Meinung nach bedeutet es, dass wir Menschen „transformieren“ müssen: Unsere Arbeits- und Denkweise muss sich ändern. Alte Muster müssen abgelegt werden. Neue, bereits bewährte Methoden müssen auch in großen Unternehmen etabliert werden.
Entwickler sollten nicht mehr nur Entwickler sein, sondern sog. „DevOps“ und sich damit im agilen Prozess einbringen und über den eigenen Tellerrand schauen.
Designer werden zu „DesignThinkern“ und entwickeln Konzepte aus der Nutzerperspektive. Die User Experience (UX) steht hier immer an erster Stelle.
Das Management im Unternehmen muss sich vollständig auf den Kopf stellen und sollte nur noch eine moderierende Rolle einnehmen. Entscheidungen werden nicht mehr von „oben nach unten“ weitergegeben und getroffen, sondern es wird dort entschieden, wo auch die Expertise und eine Entscheidungsgrundlage vorliegt.

Gegenstrom-Prinzip Chefredaktion, Abteilungsleiter, Mitarbeiter
Bottom-Up Prinzip

All die oben genannten Methoden (und das sind bei Weitem nicht alle) existieren und funktionieren bereits. Sie sind bewährt und zeigen, wie schnell ein Unternehmen digitale Produkte auf den Markt bringen kann, die Nutzer lieben und damit erfolgreich sind.
Was fehlt, ist das Umdenken im Kopf der Menschen. Denn wir sind es, die „transformieren“ müssen.

DesignThinking Regeln
DesignThinking Regeln

In wenigen deutschen Unternehmen hat das Umdenken bereits begonnen. Es wird versucht in kleineren Teams agil zu arbeiten und neue innovative Produkte zu entwickeln. Oft geht dies nicht ohne externe Beratungs-Dienstleister, da die Strukturen der Unternehmen einfach zu starr für solche flexiblen Vorgehensweisen ist. Viele wissen einfach nicht wo sie anfangen sollen.
Dabei kann man auch leicht wieder den alten Gewohnheiten verfallen. Aus diesem Grund ist eine externe Beratung und Begleitung in diesem Prozess sehr zu empfehlen.

DevOps Point of View
DevOps – Point Of View

Die Digitale Transformation benötigt vor allem aber auch Kooperation. Damit meine ich vor allem die Vernetzung der Unternehmen untereinander. Erst mit der Synergie vieler Unternehmen kann das gesamte Potential der Digitalen Transformation genutzt werden. Aktuell ist es meiner Erfahrung nach so, dass (fast) jeder in seiner eigenen Suppe schwimmt.
Ein gutes Beispiel aus Deutschland sind die unterschiedlichen Tarifsysteme & -Verbünde. Keine App oder Website, die mir bekannt ist, kann eine Strecke über mehrere Verbünde samt Übergangsgebiet zu einem Preis berechnen und kaufen. Die Deutsche Bahn App kann keine Strecken innerhalb eines Verbundes anbieten. Die Apps der einzelnen Verbünde kennen nur ihre eigenen Strecken. Da kann aus jeder noch so gut gemeinten Idee (wie bspw. HandyTicket Deutschland) nichts entstehen, was Nutzer akzeptieren würden. Gegenbeispiele sind u.a. die OV-chipkaart in den Niederlanden, London mit der Oyster Card und natürlich Japan. Hier ist ein Umdenken dringend erforderlich!

Die Frage ist was wir mit dem aktuellen Wissen anstellen können. Was sind wir bereit zu investieren?
StartUps und kleine bis mittlere Unternehmen machen dies bereits (teilweise) vor. Jetzt sind große Unternehmen, Industrie und Konzerne an der Reihe. Hier müssen schnell kreative Lösungen her, wie Automatisierung, Vernetzung, Digitale Daten & Kundenzugänge realisiert werden können ohne dabei die Nutzerperspektive zu vernachlässigen.

Was kommt nach der Digitalen Transformation?
Die „Digtale Transformation 2.0“?
Ich denke wir sollten dort genauso verfahren wie in der Softwareentwicklung: Continuous Delivery.
Wir müssen uns permanent weiterentwickeln, uns verbessern, Dinge ausprobieren und lernen.
Wenn wir nur einmal stehen bleiben, werden wir von anderen überholt. Es wird viele Fehlschläge geben, aber nur dadurch können wir überhaupt lernen. Getreu dem Motto: fail early, fail often.

Ich freue mich auf dein Feedback und auf eine spannende Diskussion im Kommentarbereich.

Weiterführende Links:
(EN) What is DevOps? – theagileadmin.com
Design Thinking Definition – Gründerszene.de
Ansätze für Veränderungen: Von oben nach unten, andersrum oder quer durch? – Lead-Conduct.de
(PDF) Digitale Transformation der Industrie – Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Günther H. Oettinger : Es geht um Wirtschaft 4.0 – CIO.de

Bildquellen:
– Wikimedia Deutschland e. V.
– organisationsberatung.net
– Tanja Föhr (Flickr)
– ironsiderational.com

Weiterempfehlen: